Pismo Beach, California

UNIMOG

FIXIERUNG UNSERER WÜNSCHE UND BEDÜRFNISSE
Seit etwa 2002 haben wir uns mit dem Erwerb eines pistentauglichen Wohnmobils für unsere zukünftigen Fahrten befaßt. Helge hatte dabei schon immer an den Kauf eines Unimog gedacht. Unsere eigenen Wohnmobilerfahrungen, Erkenntnisse aus diversen Besichtigungen - insbesondere auch bei verschiedenen Weltenbummler-Treffen und Messen - und die vielen Diskussionen im Freundeskreis ließen ganz langsam konkrete Vorstellungen entstehen, wie UNSER Wohnmobil aussehen sollte. Wichtig war dabei die Klassifizierung unserer Wünsche nach unverzichtbar bis wünschenswert - sowohl im Hinblick auf die Finanzierbarkeit als auch Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit im praktischen Einsatz in heißen, trockenen und kalten Regionen, am Meer und auch in den Bergen.

SUCHE
Die Beobachtung des Wohnmobil-Gebrauchtwagenmarktes führte uns nicht wirklich weiter. Wir konnten uns für keines der angebotenen Fahrzeuge erwärmen, da sie zumeist nicht unseren bereits konkretisierten Vorstellungen entsprachen oder sonstige Gründe gegen einen Kauf sprachen. Anfang 2004 befasste sich Helge mit ganzen Bergen von Unimog-Literatur, um aus der Vielzahl von Baureihen und Varianten das für uns passende Modell herauszufinden. Bald standen wesentliche Eckpunkte fest, die beim Abgleich mit den Beschreibungen zu den Baumustern 435113 (U1700L), 435117 (U1300L/37), 437120 (U1550L/37) und 437125 (U1550L/37) führten. Das Leergewicht dieser Modelle (mit Ausnahme des U1700L) liegt so um die 4.000 kg, sodaß unter Berücksichtigung des Gewichtes der Kabine und der Einbauten (je ca. 1.000 kg) auch noch zugeladen werden kann. Auf diese Baureihen haben wir uns fixiert und gezielt nach Angeboten im Internet gesucht. Es hat dann trotzdem noch fast ein Jahr gedauert, bis wir auf das Angebot 791 der Firma MEREX Autovertrieb GmbH in Gaggenau stießen: Unimog U1300L/37, Baumuster 435117, Erstzulassung 1982, 170 PS, Kilometerstand 188.000 Den ersten Besichtigungen und Gesprächen folgte dann bald die Festlegung der zusätzlich gewünschten Ausstattung und am 04.04.2005 dann der Kaufvertrag. Am 21.07.2005 wurde unser Unimog auf dem Hänger ausgeliefert und uns vor die Haustüre gestellt.


Unser Unimog

ungleiches Paar

Unser Unimog kommt

Standplatz


KABINENAUFBAU
Parallel zur Suche des Basisfahrzeuges haben wir uns mit der Konzeption der Kabine befaßt und Für und Wider der unterschiedlichen Materialien, Bauarten, Wandstärken udgl. durchdacht und abgeglichen. Wir haben uns für eine GfK-Sandwich-Kabine mit 60 mm Wand- und Deckenstärke sowie einem 80 mm dicken holzverstärkten Boden entschieden. Die Fenster, Klappen und Türen sollten flächenbündig in die Außenhaut eingelassen sein und der Wärmeisolation des Aufbaues entsprechen. Die Aufteilung des - gemessen an unserer Wohnung - doch sehr kleinen Raumes war recht schwierig. Für alles, was größer werden sollte musste ein anderer Part kleiner werden. Das Raumangebot ist in einem Wohnmobil einfach begrenzt. Also galt es, die von uns definierten Mindestanforderungen
  • 2 Permanentbetten (Schlafkomfort und Privatsphäre)
  • eine geräumige, verschließbare Duschkabine mit Wassertoilette (Hygiene und Wohlbefinden)
  • mindestens 2-flammige Kochgelegenheit und großer Kühl-/Vorratsschrank (Unabhängigkeit und Komfort)
  • eine Sitzgruppe, die ggf. zu einem zusätzlichen Not-/Besucherbett umgerüstet werden kann (Enkelkinder!)
  • minimale Anzahl von Außenöffnungen (Stabilität und Sicherheit)
  • ein möglichst großer, verschließbarer Durchgang zum Fahrerhaus (Flexibilität und Sicherheit)
  • ein großer, von außen (und notfalls auch von innen) zugänglicher Stauraum (Vorräte und Ausrüstung)
  • sowie Heckabschrägung (Geländegängigkeit)
in die Raumaufteilung einfließen zu lassen. Wir haben bei der Planung UNSERE Wünsche und Vorstellungen im Rahmen der die maximal möglichen Aufbaugröße berücksichtigt. Andere Wohnmobilisten werden bei ihren Planungen zwangsweise zu anderen Aufteilungen und Abmessungen kommen (1000 Planungen = 1000 Lösungen!).
Zur Bildschau Planung bitte das erste Bild der Präsentation anklicken.
Die Kabine ließen wir von einer auf die Herstellung von Expeditionskabinen spezialisierten Kleinfirma bei Göppingen nach unseren Maßen und Angaben fertigen. Das haben wir daraus gemacht:



Seitenwände

Rohkabine

Tragrahmen

Durchgang zum Fahrerhaus


INNENAUSBAU
Zusammen mit der Montage der Kabine wurden bereits die Zwischenwände der Naßzelle und dem Stauraum aus 30 mm Sandwich-Platten laminiert. Neben einer höheren Kabinenstabilität ist dadurch sichergestellt, daß sich z.B. im Falle eines Lecks austretendes Wasser nicht im ganzen Mobil verteilen kann. Das eingeholte Preis-Angebot für den Innenausbau (Möbel, Wasser, Elektro und Heizung) bewegte sich in solcher Höhe, daß wir uns entschieden, den Innenausbau in eigener Regie durchzuführen. Entsprechendes Werkzeug, handwerkliches Geschick und Planungssicherheit (Einbaufolgen, Versorgungswege und technische Abhängigkeiten) sind jedoch die Voraussetzung für den Eigenausbau. Die Möbel ließen wir nach unseren Vorgaben fertigen. Ebenso ließen wir nach unseren Vorgaben die Unterflur-Stauräume, den hinteren Unterfahrschutz und den Dachträger für das Reserverad herstellen. Die restlichen Teile und Einbauten haben wir uns nach aufwändigem
Katalogstudium und Bedarfsanalysen im Fachhandel beschafft und dann mit größter Sorgfalt selbst eingebaut. Nach wie vor unverständlich ist es uns, weshalb es keine Angebote mit Systembauteilen gibt. Die Vielzahl an Größen, Durchmessern, Materialien, Gewinden ist wirklich nicht erforderlich und dazu äußerst verwirrend. Daraus ergeben sich Fragen über Fragen: Ist ein 12mm-Wasserschlauch sinnvoll, wenn nur das Filter nur 10mm-Tüllen hat, verträgt der Wasserfilter den Pumpendruck, wo ist ein Rückschlagventil für das 40mm-Abwasserrohr zu beziehen, welches Wasservolumen braucht der Boiler etc. etc. Aber wir haben es trotz aller technischer Widrigkeiten geschafft! Alle Einbauten fanden ihren Platz und arbeiten bisher nach unseren Vorstellungen. Besonders wichtig ist, daß uns eventuelle Anpassungen und Veränderungen mit Sicherheit keine Probleme bereiten werden. Das Innenleben des Wohnaufbaues ist uns bestens bekannt!



Standplatz

Unterbau

Naßzelle

Sitzecke


TESTFAHRTEN
Zur Kontrolle, daß auch alles soweit funktioniert, testeten wir abschließend das Fahrzeug und die Zweckmäßigkeit des Innenausbaus mehrfach.
Das Testergebnis:
Unser Wohnmobil ist für die große Reise bereit!


NACHTRÄGLICHE BEURTEILUNG
Nach unserer langen Fahrt haben wir Zweckmäßigkeit und Qualität des Equipments kritisch betrachtet.

Während wir mit der Raumaufteilung und Möbelierung im Großen und Ganzen zufrieden waren, stellten sich bei der Stromversorgung und beim Webasto Diesel-Herd (X100 mit Höhen-Kit) meist schon unterwegs behebbare Mängel ein. Wir werden deshalb noch geeignete Anpassungen und Verbesserungen vornehmen. Auch ziehen wir einen Anschluß unseres Warmwasser-Boilers an das Motor-Kühlsystem noch in Betracht.

Den Dachständer für das Reserverad ließen wir schon unterwegs neu bauen. Die neue Konstruktion hat sich bewährt. Erforderlich ist jetzt nur noch eine Oberflächenbehandlung des gesamten Teils.

Die 60mm-Wandstärke des Kofferaufbaus war auch für kalte Nächte voll ausreichend. Die Diesel-Luft Heizung von Eberspächer arbeitete zuverlässig.



'Haarriß'
Nicht zufrieden waren wir allerdings mit der Verarbeitung des Kofferaufbaus. Eine ca. 25cm lange Ablösung der 3mm starken Außenhaut an der Tür (vom Hersteller Langer&Bock als 'Haarriß' bezeichnet), Risse in den Türenzargen und sich auflösende Fensterverriegelungen ('computer-designed') wurden als Garantiefälle anerkannt, während wir nach nur 18monatigem Gebrauch auf der Reparatur der speziellen - und wohl überteuerten - 'L&B-Rollos' wegen angeblicher Bedienungsfehler (?) sitzenblieben. Auch die Schließvorrichtung der doppelflügeligen Koffertüre stellte sich in der Praxis als Fehlkonstruktion heraus. Ein vollständiges Verschließen und Öffnen ist nur von innen möglich. Die Kabine muß nach vollständigem Verschließen über den Fahrerhausdurchgang verlassen werden - und umgekehrt (so, als ob man ein Haus nach Verschließen der Eingangstüre über die Kellertüre verlassen müßte!). Von der angeblichen großen Erfahrung beim Bau solcher Türen konnten wir somit leider nicht profitieren, zumal auch eine Nachbesserung trotz der offensichtlichen Mängel abgelehnt wurde.
Zusammengefaßt kommen wir zu dem Schluß, daß hier das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt. Für das bezahlte Geld hatten wir uns mehr erwartet. Von Langer&Bock lassen wir uns sicher keinen Koffer mehr bauen.
Diese Qualität und diesen Service (z.B. Reparatur nur gegen Vorkasse oder bestätigten Bankscheck!) erhalten wir bei anderen Anbietern günstiger. Zum Glück hatten wir vor der Übergabe in 2006 alle damals festgestellten Mängel aufgelistet, bewertet und an der Gesamtrechnung abgezogen.



Liebe Erinnerungen: UNSER ERSTES WOHNMOBIL:
DODGE F40 mit DELTA-AUFBAU
Mit diesem Wohnmobil waren wir Ende der '80er Jahre in Europa unterwegs.

Winterurlaub in Zürs / Österreich